DAS SCHAF

Habt ihr euch schon mal gefragt, was mit der Wolle unserer Tiere passiert? Ein eingespieltes Team aus der Region von 2-3 Hobby-Scherern, die höchst professionell diese anstrengende Schur-Arbeit ausführen, befreien die Tiere 2x jährlich von ihrem Kleid. Fleissige HelferInnen sortieren die verschiedenen Qualitäten und nach Farben, noch vor Ort. Wir füllen ca. 6 Big Bags mit dem reinen Naturprodukt und nach Auftrag holt die Firma FIWO aus Amriswil (Kanton TG) die Ware zu Hause ab. Die Wollpreise sind natürlich im Keller,  aber ich bin froh, gibt es diese innovative Firma und kreiert diese grossartige Produkte daraus.

Das Schaf ist die domestizierte Form des Mufflons. Es spielt in der Geschichte der Menschheit eine bedeutende Rolle als Milch-, Fleisch-, Woll- und Felllieferant. Durch den starken Wettbewerbsdruck aus dem Ausland (vor allem der Merinowolle aus Australien und Neuseeland) verlor unsere Schweizer Schafwolle leider enorm an Wert und somit landeten viele Tonnen dieses wertvollen Naturprodukts im Müll. Dank neuen innovativer Organisationen erlebt Schweizer Schafwolle wieder einen Aufschwung, sei es als gepresste Isolation / Wärmedämmplatten oder sie findet Verwendung als Füllmaterial in funktionellen Sporttextilien oder als Duvet-Füllung in Schlafzimmern. Zudem leistet das Schaf einen enorm wichtigen Beitrag in der Landschaftspflege, vor allem in der Berglandwirtschaft und in Alpinregionen zum Lawinenschutz.

Zwei sehr unterschiedlichen Schaf-Charakteren bewohnen unseren Betrieb am Grabserberg, die ich gerne kurz vorstellen möchte:

Das Scottish Blackface ist eine urtümliche Landschafrasse aus dem Norden Grossbritanniens. Es gilt als robust und genügsam und den Auen werden aussergewöhnlich gute Muttereigenschaften nachgesagt. Alle unsere Tiere sind reinrassig. Der Stammhalter Mr MacAlpine beglückt seine 9 Blackface Damen und läuft das ganze Jahr über mit der Gruppe mit. Er ist sehr freundlich und anhänglich.

Es ist ein mittelgrosses Schaf mit ramsnasigem Kopf. Beide Geschlechter tragen Hörner, bei den Böcken entwickelt sich das Gehörn mit zunehmendem Alter schneckenförmig. Das Horn wird traditionell in den Shepherd’s Crook (Schäferstab) verarbeitet. Da dieses Handwerk und Kunst nur von sehr wenigen beherrscht wird, sind sie sehr wertvoll.

Das Grabser-Schaf (BFS, Braunköpfiges Fleischschaf) ist eine gemütliche, schwere Fleischschafrasse und in unserer Region sehr verbreitet. Einige unserer älteren Tiere sind reinrassig, wobei wir immer wieder Böcke / Widder anderer ähnlicher Rassen (z.B. Engadiner) einsetzen um die Herde aufzufrischen. Ausserdem ist das wiederum extrem spannend, da man nie genau weiss mit welcher farblichen Zeichnung die Lämmer geboren werden.

Der Ursprung des Grabser Schaf findet sich in Grossbritannien, denn es stammt vom Oxford Schaf ab, welches wiederum eine Kreuzung vom Hampshire und Southdown Schaf ist.